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Plettenberger KulTour GmbH

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25) Die Volksschule in der Lettmecke

Viele Bewohner des Oestertals werden sich noch gerne an ihre Schulzeit in der ehemaligen Volksschule in der Lettmecke erinnern. Das alte Gebäude besaß immer einen gewissen Charme, den es sich – trotz einiger Umbauten in den letzten Jahrzehnten - bis heute erhalten hat. Der Bau der Schule war eine direkte Folge der preußischen Reformen des Schulwesens und der steigenden Einwohnerzahl der Plettenberger Gebiete.

Anfang des 19. Jahrhunderts unternahm der preußische Staat einige umfangreiche Reformen. Darunter auch die des Schulwesens. Mit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht entwickelte sich allmählich auch im ländlichen Raum ein funktionierendes Schulwesen. Die Volksschulen sollten nicht nur als straff organisierte Einrichtungen für die Bildung des Volkes dienen.

Die angestrebte Alphabetisierung sollte auch Missstände jener Jahre, wie Kinderarbeit, beseitigen. Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 sollten sie darüber hinaus auch der Nationalerziehung dienen. So entstand bereits 1829 in Kückelheim eine Volksschule, die auch über 50 Jahre von Kindern aus dem Oestertal besucht wurde. Doch 1883 waren die Kapazitäten der Schule in Kückelheim ausgeschöpft. 120 Schüler besuchten mittlerweile die Einrichtung, sodass auch über den Bau einer neuen, zweiklassigen Schule nachgedacht wurde. Doch bevor mit der Errichtung begonnen werden konnte, mussten erst zum Teil heftige Diskussionen über den Standort überwunden werden. Am Ende stand ein Kompromiss: Zwei neue einklassige Schulen sollten gebaut werden. Eine in Himmelmert und eine zwischen Kückelheim und Dankelmert. Erstere Schule wurde bereits 1884 fertiggestellt. Im Oktober 1885 konnte auch der 11.950 Mark teure Neubau in der Lettmecke bezogen werden.

Schon 1898 wurde die Schule zwei-, ab 1914 drei- und ab 1926 sogar vierklassig geführt. Nachdem im Zweiten Weltkrieg russische Kriegsgefangene und Volkssturm-Soldaten in der Schule einquartiert waren, erlebte das Gebäude einen langsamen Niedergang. Bereits 1964 wurde der Antrag zum Bau einer neuen Schule im Oestertal gestellt. Beim Richtfest dieses Neubaus, elf Jahre später, sagte der damalige Rektor Funke, dass diese neue Schule zwingend notwendig gewesen sei. Denn im alten Gebäude in der Lettmecke sei mittlerweile kaum noch ein geregelter Unterricht möglich gewesen.

Doch die historische Schule in der Lettmecke fiel nicht, wie so viele andere Gebäude der Vier-Täler-Stadt in jenen Jahren, dem Abriss zum Opfer. Im April 1976 konnte das Süderländer Tageblatt vermelden, dass die Planungen für den Umbau der Schule zum Feuerwehr-Gerätehaus abgeschlossen seien. Künftig sollten hier die zusammengelegten Löschzüge Kückelheim und Oestertal ein neues Heim finden. 90.000 DM wurden damals für den nötigen Umbau eingeplant.